Adel, Recht und Edelmut

(ein Abenteuer von Nikolai Hoch aus der Anthologie “Verräter und Geächtete”)

Vier Buchen ist der Name einer Gaststätte, die auf dem Verkehrsweg liegt, der von Greifenfurt über Hundsgrab bis nach Nordhag führt. Hagen und ich übernachteten dort. An diesem Vormittag waren wir aber die einzigen Gäste. Wir hatten es auch nicht eilig aufzubrechen, unterhielten wir uns doch mit Raulwin, dem das Gasthaus gehört, sehr gut. Der Wirt erzählte gerne von seinen Erlebnissen als Soldat, von den Schlachten, die er focht, insbesondere von der Verteidigung Greifenfurts. Orks umzingelten die Stadt. Mit Hilfe dämonischer Mächte konnten sie die Stadtmauern zerstören. Trotzdem konnten Raulwin und seine Mitstreiter die Stadt erfolgreich gegen die Schwarzpelze verteidigen.

Nachdem Hagen sich schon am Vormittag ein Bier bestellt hatte, wusste ich, dass mein Freund kein Interesse hat, heute schon weiterzureisen. Mir war es auch Recht. So konnte ich etwas an meiner Harfe zupfen und an unseren Heldenliedern arbeiten.

Raulwin erzählte uns auch von einer Räuberbande, die in der Gegend ihr Unwesen trieb. Neulich erst wurde der fahrende Händler Arngrimm von ihnen überfallen. Ein Raubritter würde die Bande anführen. Zu seiner Schar würde sogar ein Ork gehören! Der Baron hätte ein Kopfgeld von 50 Dukaten auf das Ergreifen der Räuber ausgesetzt.

Das klingt nach einem Auftrag für uns, meinte Hagen und wollte wissen, ob ich einverstanden bin, nach dem Mittagsmahl aufzubrechen und mich auf die Suche nach den Räubern zu begeben. Ich hatte nichts dagegen. Eine weitere Heldentat, noch mehr Stoff um ein Heldenepos zu schmieden.

***

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen. Eine junge Frau kam in die Gaststätte hereingestürmt und lehnte sich schwer atmend rücklings gegen einen der Torflügel. Sie trug Jagdkleidung in Grün- und Brauntönen. Ihr Haar war durcheinander und sie war völlig außer Atem. Ihre Kleidung war dreckig und an zwei Stellen aufgerissen, als hätte sie sich durchs Unterholz durchgeschlagen. An ihrem Gürtel trug sie die leere Scheide eines Messers oder Dolches und an ihren Stiefeln und Handgelenken waren Scheuerspuren zu sehen, als ob sie gefesselt war. Nachdem sie wieder zu Atem gekommen war, stellte sich die junge Frau uns vor.

Mein Name ist Isella von Altnardesfeld-Schroffenstein. Ich bin die Tochter des Junkers von Sonnenfeld. Am gestrigen Tag wurde ich bei einem Jagdausflug von einem Raubritter und seinen Schergen gefangen genommen. Wahrscheinlich wollten sie ein Lösegeld von meinem Vater erpressen. Statt zu kämpfen, habe ich mich leider wenig ritterlich ergeben.

Ich wurde in einer Klosterruine gefangen gehalten. Doch in den Morgenstunden konnte ich durch eine Spalte in der Mauer entkommen. In der Ruine hält sich der Raubritter und wohl ein halbes Dutzend Räuber, zu denen auch ein Ork gehört, versteckt.

Doch nun, da ich geflohen bin, sind sie wohl alarmiert und nehmen sicher bald Reißaus. Denn sie müssen damit rechnen, dass ich mit den Männern des Barons zurückkommen werde. Doch so viel Zeit haben wir nicht. Und ich will Vergeltung! Begleitet ihr mich, um den Räubern das Handwerk zu legen? Mein Vater wird euch fürstlich belohnen.

Wir sicherten der Junkerin unsere Hilfe zu. Raulwin gab ihr sein altes Kurzschwert und seinen Schild. Zu dritt brachen wir auf, um die Räuber zu jagen und zur Strecke zu bringen.

***

In Isella hatten wir eine ortskundige Führerin. Die junge Ritterin hatte vor einigen Monaten ihre Schwertleite empfangen und kehrte danach zum heimatlichen Hof zurück. Sie wirkte sehr erzürnt über die Räuber, die sie gefangen nahmen und wollte unbedingt Rache dafür nehmen. Deswegen drängte sie uns zur Eile. Auf ihrer Flucht wurde sie verfolgt. Nachdem sie den Landgasthof erreicht hatte, kehrten diese um. Vielleicht könnte man diese noch einholen. Sollte es zu einem Kampf kommen, hätte man es an der Ruine mit weniger Leuten zu tun.

Der Weg führte anfangs noch durch einen wild durchfluteten Wald von Schlehen und Ebereschen, immer wieder durchbrochen von Kohl- und Rübenfeldern. Weiter abseits der Straße wählte Isella mal einen Trampelpfad, mal einen Wildwechsel. Hochgewachsene alte Buchen und Kastanien bestimmten die Landschaft. Gen Westen wurde der Boden immer felsiger. Hier und dort ragten von Farnen und Krüppelkiefern bewachsene Kalkfelsen aus dem Waldboden hervor.

Immer wieder drängte uns die Ritterin zur Eile und betonte, wie schlecht sie von den Raubritter und seinen Schergen behandelt wurde, obwohl sie eine Adlige ist. Diese Schufte haben einen Ork in ihren Reihen. Gesetzlose, die mit Schwarzpelzen gemeinsame Sache machen, haben nur ein Schicksal verdient: den Strick!

***

Nach einer Stunde erreichten wir den Kahlen Emmeran, eine schroffe Kalksteinformation, die sich steil aus den Wäldern des Lichthags erhob. In seiner Nähe wichen die Laubbäume Nadelgehölzen wie Rotfichten und hohen Blautannen. Das Unterholz wurde dichter. Die Spuren von Isellas Verfolgern führten weiter nach Norden. Die Junkerin wusste, dass im Norden eine Brücke über einen reißenden Gebirgsbach führte. Wir könnten aber den Weg abkürzen und ihren Verfolgern den Weg abschneiden, indem wir uns westwärts durch das Dickicht schlugen und den Bach an einer schwierigeren Stelle überquerten.

Isella drängte darauf, die Abkürzung zu nehmen. Wir gaben ihrem Drängen nach. Das sollten wir bereuen. Nicht ohne Grund entschieden sich die ortskundigen Räuber für den längeren Weg. Die Abkürzung führte uns durch das Revier von Wildschweinen. Denen gefiel es gar nicht, dass wir ihre Ruhe störten und auch eine Bedrohung für ihre Frischlinge darstellten. Vier von ihnen griffen uns an.

Wir hatten schon gegen Menschen gekämpft, die einfacher zu besiegen waren als die Tiere. Mit ihren gewaltigen Hauern setzten sie uns alle Drei ordentlich zu. Die Kampfkünste der Ritterin Isella waren auch alles andere als hervorragend. Keinesfalls mit denen von Hagen zu vergleichen, der seine beiden Schwerter gekonnt herumwirbelte und ein Wildschwein nach dem Anderen niederstreckte. Auch wenn Isella zur Weiterreise drängte, mussten wir eine Pause einlegen, um unsere Wunden zu versorgen.

***

Etwa zweieinhalb Stunden nachdem wir die Vier Buchen verlassen hatten, hören wir aus einiger Entfernung das Rauschen eines kleinen Wildbaches. Es dauerte nicht lange und wir erreichten den Beldenbach. Der Gebirgsbach führte dieses Frühjahr viel Schmelzwasser. Über die Jahrzehnte hat der Bach ein tiefes Bett in den Untergrund gegraben, ist eiskalt und etwa 6 Schritt breit.

Es gab mehrere Möglichkeiten, den Beldenbach zu überqueren. Etwa 60 Schritt flussaufwärts ragte der Stamm einer gestürzten Rotbuche schräg über das Bett des Baches. Der Baumstamm wirkte recht rutschig, war er durch das Spritzwasser sehr nass. Trotzdem versuchte ich darüber zu balancieren. Elegant, wie eine Seiltänzerin einer Gauklertruppe, stolzierte ich über den Stamm und kam trocken am anderen Ufer an.

Isella und Hagen folgten mir. Auch für die Beiden stellte das Überqueren des Flusses kein Problem dar. So kamen wir problemlos am anderen Ufer des Beldenbachs an und konnte unsere Reise quer durch den Wald fortsetzen.

***

Nach etwa zwei weiteren Stunden konnten wir in einiger Entfernung die Ruine der Klosterburg sehen. Aus dem Blätterdeck des Waldes erhob sich die Kuppe eines Hügels. Auf dem Hügel thronte der Bergfried.

Das ist die Ruine eines Doppelklosters, erklärte uns Isella. Davon findet man mehr hiervon in der Gegend. Geweiht ist das Kloster Praios und Peraine. Von den Doppelklostern aus wurde früher die Besiedlung des Landes organisiert. Wir sollten aber meine Verfolger eingeholt haben. Lasst uns im Dickicht verstecken und ihnen auflauern. Wenn wir sie nun aus dem Weg räumen, müssen wir es später mit weniger Leuten in der Ruine  aufnehmen.

Wir folgten ihrer Anweisung und versteckten uns am Wegesrand. Wir mussten eine Weile warten, bis ein Mensch und ein Goblin kamen. Isella gab uns das Zeichen zum Angriff. Das waren wohl ihre Verfolger. Nach einem kurzen Waffengang versuchten beide zu fliehen. Doch wir konnten sie zu Fall bringen und verschnürten sie gut.

Isella war hasserfüllt. Was man ihr auch immer in der Gefangenschaft angetan hatte, es muss sehr schlimm gewesen sein. Sie wollte die beiden Gefangenen unbedingt töten. Hagen konnte sie davon abhalten. Er wollte die Räuber möglichst lebend beim Baron abliefern. Außerdem könnte man die Gefangenen verhören. Vielleicht hätten sie Informationen, die uns weiterhelfen könnten.

Wirklich hilfreich waren unsere Gefangene dann leider doch nicht. Es stimmte, dass ihr Hauptmann, Darian van Bregelsaum-Steinhauer, sie ausgeschickt hatte, um die entflohene Gefangene wieder einzufangen. Dabei handelte es sich auch um Isella. Als sie gesehen hatten, dass sie bei den Vier Buchen ankam, drehten sie um, da zu befürchten war, dass sie Verstärkung finden würde. Sie wollten nun ihren Hauptmann warnen und zum frühzeitigen Aufbruch von der Ruine raten. Sie wussten auch, dass es einen Geheimgang gäbe, der aus dem Kloster raus führt. Wo sich aber der Ausgang befindet, wussten sie nicht.

Isella war dafür, dass wir noch in derselben Nacht das Kloster überfallen sollen. Der Geheimgang interessierte sie nicht weiter. Sie wollte, dass wir zum Einstieg ins Kloster die undichte Stelle im Gemäuer nutzen sollten, durch die sie entkommen ist. Was die Räuber betraf, so wäre es für sie in Ordnung, wenn wir diese kampfunfähig und gefangen nehmen würden. Doch diesen widerwärtigen Räuberhauptmann, diesen Unmenschen, wollte sie unbedingt tot sehen. Wir erklärten uns bereit, ihren Plänen zu folgen.

***

Nach Einbruch der Dunkelheit näherten wir uns der Klosterruine. Unsere Gefangenen ließen wir im Wald gefesselt zurück, in der Hoffnung sie bei unserer Rückkehr wieder dort zu finden. Wir mussten einen steilen Hügel hochklettern, um zu der Öffnung im Mauerwerk des Klosters zu gelangen. Dort quetschten wir uns durch einen Spalt durch. Nun standen wir im Burggarten. Allerdings wurden wir bereits von zwei Wachen erwartet. Wir waren wohl doch nicht so lautlos, wie wir dachten.

Die Gegner wurden immer mehr. Umso länger der Kampf dauerte, umso mehr Räuber eilten ihren Gefährten zur Hilfe. Zwei der Räuber lagen schon leblos zu unseren Füßen, da ertönte eine laute Stimme: Was ist hier los? Haltet ein!

***

Die verbliebenen drei Räuber, darunter auch ein Ork, stellten daraufhin das Kämpfen ein. Im Fackelschein konnte man einen hochgewachsenen grauhaarigen Herrn mit kurz geschorenen Vollbart sehen, der sich dem Kampfplatz näherte.

Als er Isella sah, schnaubte er aus: Ach, die mordlüsterne Junkerstochter ist zurückgekehrt. Und diesmal hat sie ihre Schergen mitgebracht. Müssen meine Leute nun dafür zahlen, da ich nicht bereit war eure blutigen Pläne umzusetzen?

Glaubt ihm kein Wort, greift ihn an, schrie Isella und richtete ihr Schwert in Richtung des Neuankömmlings.

Moment, blutige Pläne, was soll das bedeuten, fragte Hagen. Wir sind hier, weil hier diese edle Rittersfrau gefangen genommen habt und wollen dies vergelten.

Dass ich sie gefangen nahm, ist richtig, antwortete der Herr, der wohl Darin von Breglsaum-Steinhauer war. Hat sie euch aber auch erzählt warum? Sie kam zu mir, die Erbschleicherin, und wollte, dass ich ihren Stiefvater umbringe. Es stimmt, ich bin ein Raubritter. Doch bin ich ein ehrlicher Schurke und kein gewissenloser Mörder. Also habe ich die Adelsgöre gefangen genommen und wollte ein Lösegeld für sie. Leider ist sie mir vorher entwischt.

Ist das wahr, Isella, wollte ich wissen.

Glaubt ihm kein Wort, gab die Junkerstochter von sich. Dabei zitterte sie aber am ganzen Körper und war den Tränen nahe. Für Hagen und mich war es nun klar, dass sie uns angelogen hatte.

Auch wenn wir nicht im Dienste dieser Dame stünden, hätten meine Gefährtin und ich uns auf den Weg gemacht, um eure Raubritterbande zur Strecke zu bringen. Ergebt euch uns oder lasst es uns hier zu Ende bringen, forderte Hagen und hob sein Schwert.

Es stimmt, ich bin ein Gesetzloser. Schuldig der Wegelagerei, Entführung einer Adligen und Kooperation mit einem Feind, einem Ork sogar. Das wird im Mittelreich mit dem Strick bestraft. Und dennoch, gewährt mir einen Gefallen. Lasst uns ein Gottesurteil austragen. Wer zuerst drei Treffer einsteckt, unterliegt. Wenn die Götter auf meiner Seite sind, lasst ihr mich und meine Leute ziehen. Sind mir die Götter nicht geneigt, dann liefere ich mich euch aus. Aber lasst meine Leute gehen.

Damit war Hagen einverstanden.

***

Das Götterurteil verschoben wir auf den nächsten Mittag. Hagen, Isella und ich durften in der Ruine übernachten. Auch wenn die Räuber in Überzahl waren, vertrauten wir auf das Wort ihres Anführers. Wir verrieten Darian auch, wo wir seine Leute gefangen hielten. Er ließ sie auf die Klosterburg bringen. Während Hagen schlief, um sich für den morgigen Kampf auszuruhen, befragte ich Isella, was nun wirklich vorgefallen sei. Unter Tränen beichtete sie mir:

Als ich ein kleines Mädchen war, starb mein Vater im Borbaradkrieg. Meine Mutter war alles, was ich da noch hatte. Sie heiratete dann Gerbald von Irmenburg, der Junker von Sonnenfeld. Diese schickten meinen Bruder und mich in die Ferne und an verschiedenen Kriegerschulen im Umgang mit Schwert und Schild ausgebildet zu werden. Während wir weg waren, verstarb unsere Mutter. Ich erfuhr erst davon, als sie schon auf dem Boronsanger weilte. Ich bin so sauer, auf meinem Stiefvater, dass ich nicht die letzten Tage mit meiner Mutter verbringen konnte. Er hat mir vorenthalten, mich von ihr verabschieden zu können. Und als ich wiederkam, da war er schon wieder verheiratet. Sicher hatte er die ganze Zeit über mit dieser Hure ein Verhältnis gehabt und das hat meine Mutter in den Tod getrieben.

Habt ihr mit eurem Stiefvater jemals darüber gesprochen? Habt ihr ihn erzählt, wie ihr euch fühlt, wollte ich wissen.

Sie schüttelte den Kopf. Nein, aber vielleicht sollte ich das tun. Janda, könnt ihr mir einen Gefallen erweisen? Könntet ihr mich begleiten, wenn ich mich mit meinem Stiefvater darüber reden werde?

Ich strich ihr durchs Haar und gab ihr einen Kuss auf die Stirn: Natürlich begleite ich dich, Isella.

Danke, sagte sie lächelnd, kuschelte sich in ihrem Schlafsack und schlief ein.

***

Das Gottesurteil fand am nächsten Mittag im Burghof statt. Hagen war den gesamten Vormittag schon sehr aufgeregt. Er hatte schon zahlreiche Kämpfe bestritten, doch direkt Duelle nie. Er war sehr froh, als es endlich losging.

Im Burghof waren alle versammelt. Außer den Duellanten waren Isella, ich und die fünf Räuber, einschließlich dem Ork und dem Goblin, anwesend. Gespannt harrten wir den Dingen, die nun kamen.

Beide Duellanten waren mit Schwertern bewaffnet. Hagen führte den ersten Schlag aus. Doch Darian blockte diesen mit seiner Klinge. Lauter Jubel erklang. Darian konnte den ersten Treffer anbringen. Den nächsten Schlag von Hagen konnte der Räuberhauptmann parieren. Aber auch Hagen blockte erfolgreich den nächsten Angriff des Raubritters ab. Im Gegenzug schaffte mein Freund seinen ersten Treffer. Jetzt war es ausgeglichen. Das ließ sich Darain von Bregelsaum-Steinhauer nich gefallen. Unter dem Gejohle seiner Leute erzielte er den zweiten Treffer. Eine Reihe von Angriffen konnte abgewehrt werden. Ein Rauen ging durch die Menge. Der Schlagwechsel endete mit einem Treffer von Hagen. Nun hatte jeder zweimal getroffen. Der nächste Treffer würde entscheiden. Wieder folgte ein erbitterter Schlagabtausch. Laut klirrte das aufeinander schlagende Metall der Klingen auf. Wieder stöhnten die Zuschauer laut auf. Hagen gelang der entscheidende Treffer.

Darian warf sein Schwert weg und kniete vor Hagen nieder. Hagen legte die Klinge auf die Schulter seines Kontrahenten: Darian von Bregelsaum-Steinhauer, ihr seid schuldig der Wegelagerei, Entführung, Kollaboration mit dem Feind und vielleicht auch des Mordes. Doch habt ihr euch als wahrer Ehrenmann erwiesen, der nur raubt um zu Überleben und dem das Leben seiner Untergebenen über sein eigenes Leben stellt. Deswegen schenke ich, Hagen von Greifenfurt, Krieger des Noriker-Ordens, euch hiermit die Freiheit.

Laut jubelten die Räuber auf. Sie gingen auf Hagen zu, klopften ihm auf die Schulter oder umarmten ihm sogar. Auch Darian bedankte sich für diese noble Geste. Mit seinen Leuten brach er sofort auf, um die Gegend zu verlassen.

***

Wir begleiteten Isella von Altnardsfeld-Schroffenstein zum Gut Sonnenfeld, wo ihr Stiefvater Gerbald von Irmenburg residierte. In unserer Gegenwart erzählte sie ihm alles. Von ihrem Gefühlsleben bis zu dem, was dies aus ihr gemacht hatte. Der alte Mann war sehr bestürzt darüber und versicherte Isella, dass sie sein Ein und Alles sei. Falls sie es verlangen würde, würde er sich sogar von seiner jetzigen Frau trennen. Doch Isella lehnte dies ab. Sie war bereit für einen Neustart mit ihrem Stiefvater. Darian und seine Räuberbande verließen die Koschberge. Wir hörten nie wieder etwas von ihnen. Hagen und ich jedoch, werter Leser, hoffen, dass ihr weiterhin von uns hören oder lesen werdet.


Golgolgol

Golgolgol heißt im wirklichen Leben Stefan Will. Mitte der 80er Jahre schenkte ihm sein großer Bruder seine DSA-Box, da er lieber D&D spielte. Während seiner gesamten Schulzeit war Stefan begeisteter Rollenspieler und probierte verschiedene Systeme aus. Nach der Schulzeit ebbte das Interesse am Rollenspiel-Hobby ab. Nach einer langen Pause fand er 2020 das Interesse an Pen&Paper wieder. Da er es von früher gut kannte, begann er wieder mit DSA, auch wenn er über die Veränderungen im Lauf der Jahre sehr erstaunt war. Mit einem Mitspieler erfand er die Stadt Norisburg, die zur Heimat ihrer Spielfiguren werden sollte. Hier im Blog berichtet Stefan von Spielrunden und teilt seine Gedanken zu P&P-Themen mit.

3 comments on Adel, Recht und Edelmut

  1. Da mit Isella habt ihr gut gelöst. Im Abenteuertext ist sie weniger einsichtig, was eher zu ihrer Auslieferung führt. Finde ich mit eurer Version, die eine diplomatische Lösung ermöglicht, sehr viel schöner.

    1. Das Verhalten von Darian von Bregelsaum-Steinhauer, der sich vor seine Leute stellt und mit seinem Leben bereit ist, für ihr Entkommen einzustehen, hat unsere Isella daran erinnert, was wahre Ritterlichkeit ist. Das war ein Ideal, das sie auch mal angestrebt hatte, doch durch ihren Hass kam sie von dem Weg ab. Gerne würde sie auf diesen Weg wieder zurückkehren. Meine Spieler gaben ihr die Gelegenheit dazu. Hoffen wir mal, dass ihr der Neustart mit ihrem Stiefvater gelungen ist 🙂

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