Norisburg

Die Republik Norisburg liegt nordöstlich der Koschberge. Gegründet wurde die Republik im Jahr 1004 BF. Kaiser Hal schenkte dem Kriegerorden der Noriker ein Stück Land als Dank für ihre Verdienste beim Zweiten Ogeraufstand. Schnell entstand um die Ordensburg herum eine Siedlung. Zwerge, Menschen, Goblins und Elfen zogen in den Schatten der Burg.   Der nördliche Ausläufer der Koschberge wird von den Norisburgern das Norisgebirge genannt. Der östlich von der Stadt befindliche Wald ist der Greifswald. Dort befindet sich auch die gleichnamige noch junge Siedlung.

Karte
Lage von Norisburg in Aventurien

Bei der letzten Volkszählung wurden 16000 Einwohner registriert, davon 15000 in der Hauptstadt (ca. 8000 Menschen, 5000 Zwerge, 2000 Elfen, 1000 Goblins). Regiert wird die Republik vom Rat der Vier, derzeit bestehend aus dem Krieger Balduin Spinoza, dem Zwergenhändler Golgolgol, der Zaubererin Morgana Fa Lay und der Waldelfe Valeria Regenbogen. Mitglied im Rat der Vier ist man lebenslänglich. Verstirbt einer, wird ein Nachfolger vom Volk gewählt. Dies kam bisher nur einmal vor. Im Jahr 1021 BF verstarb der Noriker-Krieger Arnbold Lanzenreiter an Wundfieber. Als seine Nachfolgerin wurde Valeria Regenbogen gewählt.

Mit den Nachbarstädten Angbar und Ferdok zählt Norisburg zum Koscher Biergürtel. Alle drei Städte sind für ihre vorzüglichen von Zwergen gebrauten Biere bekannt. Das beliebteste Bier in der Stadt ist natürlich das Norisbräu, das in jeder Schenke zu finden ist. Andere Biersorten zu trinken, verbietet der Lokalpatriotismus.

Die Burg wird vom Orden der Noriker bewohnt. Der Orden nimmt junge Leute auf, um diese in der Kampfkunst auszubilden. Nach der Ausbildung muss ein Noriker zehn Jahre auf Reisen gehen, mit dem Auftrag den Hilfsbedürftigen zu helfen. Kehrt der Noriker von der Reise zurück, widmet er sich entweder der Ausbildung neuer Krieger oder arbeitet für die Stadtgarde, die auch vom Noriker-Orden gestellt wird. Angeführt wird der Kriegerorden derzeit von Großmeister Balduin Spinoza, der auch Mitglied im Rat der Vier ist. Neben dem Orden beherbergt die Burg auch einen Rondratempel, eine umfangreiche Bibliothek (die gegen Entgelt zu nutzen ist) und einem Museum im Verlies der Burg, in dem ausgestopfte Ungeheuer ausgestellt sind. Um die Burg herum befinden sich die anderen Stadtteile.

Das Ambossviertel (kurz Amboss genannt) ist das zentrale Viertel der Stadt. Der größte Teil des öffentlichen Lebens findet am großen Marktplatz, der Grüne Markt, statt. Wer auf der Suche nach einer Unterkunft und guter Kost ist, findet diese in der Taverne „Grüner Markt“. Natürlich wird dort Norisbräu ausgeschenkt. Im Amboss sind überwiegend Zwerge wohnhaft. Ein großer Ingerimm-Tempel befindet sich am Marktplatz.

Schlammingen ist das Viertel der Goblins. Zwar haben die Rotpelze Bürgerrechte in Norisburg, doch beschränken sich ihre Tätigkeiten eher auf niedere Aufgaben. Rattenfänger, Straßenkehrer, Latrinenputzer und Hausdiener sind die üblichen Berufe der Goblins. Während sie bemüht sind, die anderen Stadtteile möglichst sauber zu halten, vernachlässigen sie ihr eigenes Viertel, das dreckig und sehr verunreint ist. Sie leben in schäbigen Holzhütten. Es gibt auch Bierhallen. Allerdings wird dort nicht Norisbräu ausgeschenkt, sondern eines von Goblin gebrautes Bier. Wer aber den edlen Trunk gewohnt ist, findet den Namen des Bieres geschmacklich sehr passend: Groenpis.

In Waldstadt leben die Waldelfen. Diese wohnen in Baumhäusern. Unter der Führung von Valeria Regenbogen hat sich dort eine Gemeinschaft zusammengefunden, die viel Wert auf eine antiautoritäre Welt- und Werteordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnorme, Unterdrückung und Gewalt legt. Im sozialen Leben von Norisburg haben sich die Waldelfen bisher nicht eingebracht. Sie sind dafür bekannt, dass sie nachts auf ihren Bäumen sitzen und Feste feiern. Tagsüber schlafen sie oder lungern bettelnd im Amboss herum. Ihre Lebensweise stösst bei den Menschen und Zwerge in der Stadt nicht auf Gegenliebe. Sie bezeichnen sie als Taugenichtse und Faulpelze.

Südlich des Amboss, getrennt durch den Fluß Breite, liegt Neuendorf. Mehrere Brücken verbinden die Stadtteile miteinander. Obwohl Neuendorf das jüngste Viertel ist, liegt es noch innerhalb der Stadtmauern. Dort leben überwiegend Menschen und Zwerge. Der kleine Binnenhafen der Stadt liegt in dem Viertel. Sonst gibt es noch einige kleine Läden, die die Grundversorgung der Bevölkerung abdecken.

Außerhalb der Stadtmauern findet man verstreut Bauernhöfe und Pferdezüchter. Fünf Tagesreisen von Norisburg entfernt liegt im gleichnamigen Wald Greifswald, die zweite Stadt in der Republik. Die noch junge Siedlung beherbergt größtenteils Handwerker und Bauern. „Das Goldene Einhorn“ ist die einzige Schenke im Ort und dadurch auch der Dreh- und Angelpunkt der Ortschaft.



Wichtige Personen

Balduin Spinoza ist Mitglied im Rat der Vier. Nach dem Ableben von Arnbold Lanzenreiter wurde er Ordensmeister der Noriker. Die Sicherheit der Bürger von Norisburg ist ihm wichtig. Dementsprechend umsichtig agiert er als Ordensmeister als auch das Ratsmitglied. Selbst nicht mehr der Jüngste, befürchtet er, daß nach seinem Ableben die Noriker durch das Wahlrecht nicht mehr an der Regierung der Republik beteiligt sind. Da die militärische Macht von den Norikern ausgeht, hält er dies aber für sehr wichtig.

Der Zwergenhändler Golgolgol ist eine der wohlhabendsten und einflussreichsten Personen in Norisburg, wenn nicht sogar in Aventurien. Zumindest hätte er es gerne so. Mit Emmerandt Stoerrebrandt streitet er sich um den Titel des reichsten Mannes Aventuriens. Einst schmiedete der Zwerg ein Schwert und verkaufte es. Dann schmiedete er noch eins und verkaufte es erneut. Irgendwann kam er auf die Idee andere Zwerge dafür zu bezahlen, dass sie für ihn schmiedeten und er widmete sich nur noch den Verkauf. Bald merkte er, dass es Waren gab, die sich besser verkauften als Schwerter. Das führte dazu, dass er ein landesweites Handelsnetzwerk aufbaute. Doch auf dem Erfolg ruhte er sich nicht aus, sondern ist immer noch auf der Suche nach erfolgsversprechenden Geschäften. Seine neuste Idee ist der Verkauf von niedergeschriebenen Heldengeschichten. Beinahe wäre es nicht dazu gekommen, doch zwei seiner Bedienstete konnten die gestohlene Ware wieder sichern. Eben jene Bedienstete vereitelten auch ein Mordkomplott gegen ihn, woraufhin er sie zu seiner rechten und linken Hand ernannte. Golgolgol unterhält eine kleine Privatarmee, zum Großteil aus Zwergenkriegern bestehend, die seine Waren schützen und die er für Aufträge verschiedener Art ausschickt.

In einem Turm im Greifswald lebt die Zaubererin Morgana Fa Lay. Niemand weiss, wie alt Morgana wirklich ist. Durch ihre Magie hält sie sich jung und schön. Ihr Turm stand schon da, bevor die Republik Norisburg gegründet wurde. Das Volk wählte sie in den Rat der Vier, da jemand, der magisch, klug und schön ist auch eine gute Herrscherin sein muss. Morgana stellte sich zur Wahl, um magierfeindliche Gesetzesentwürfe zu verhindern. Sie verbringt die meiste Zeit in ihrem Turm, in dem sie Forschungen betreibt. Um was für Forschungen es sich hierbei handelt, ist aber genauso unbekannt wie ihr Alter.

Valeria Regenbogen verliess in jungen Jahren ihre Sippe in den Salamandersteinen. Die Waldelfe war mit der abgeschiedenen Lebensweis ihres Volkes nicht zufrieden und sieht es als ihren Auftrag an, ihren Traum von einer besseren Welt (die man unter Einhaltung bestimmter Regeln erreichen kann) anderen Lebewesen nahe zu bringen. Während ihrer Reise scharrte sie einige Anhänger um sich, die sich zu ihren Ansichten bekehren liessen. Bei der Gründung Norisburg nahmen sie ein Stück Wald in Beschlag und besiedelten die Bäume dort. 1021 BF wurde sie in den Rat der Vier gewählt, wo sie hartnäckig ihre Ansichten verteidigt und durchzusetzen versucht. Dadurch macht sie sich nicht gerade beliebt bei den anderen Ratsmitgliedern. Ihre Kommune hindessen verzeichnet weiterhin Zufluss. Nicht nur von Elfen. Auch jugendliche Menschen fühlen sich von den Idealen der Valeria Regenbogen angezogen.

Viburn Sturmjäger leitet die Stadtgarde von Norisburg. Während seiner Wanderzeit als Noriker-Krieger sorgte er mit spektakulären Monsterjagden für Aufsehen. Auch so weiss Viburn sich gut in Szene zu setzen. Balduin Spinoza will ihm zu seinem Nachfolger als Ordensmeister und im Rat der Vier aufbauen. Aber für letzteres benötigt er die Gunst des Volkes. Deswegen bemüht sich Viburn einen Ruf als harten aber gerechten Anführer aufzubauen.

Madame Rowena kam vor zwanzig Jahren aus dem Bornland nach Norisburg und gründete ein Heim für hilfsbedürftigte Mädchen. Obdachlose oder in Ungnade gefallene Mädchen bekommen bei ihr kostenlos Unterkunft und eine warme Mahlzeit. Als Gegenleistung müssen die Mädchen für Madame Rowena arbeiten. Am frühen Abend ziehen einige ihrer Damen durch die Gassen von Norisburg und bieten ihre Dienste an. Gegen einen Mitgliedsbeitrag kann man sich bei den allabendlichen Feiern in der protzigen Villa der Madame mit ihren Mädchen vergnügen. Einige der Damen empfangen auch nur ihre Stammkunden. Aber nicht alle der Mädchen sind als Liebesdienerinnen unterwegs. Manche sind auch als Putzfrauen und Köchinnen beschäftigt, andere kümmern sich um die Pflege und dem Wohl der anderen Mädchen. Trotz ihrer bald 60 Jahre ist Madame Rowena noch sehr attraktiv. Sie ist selber aber nicht in ihrem Haus aktiv. Sie träumt von einem Platz im Rat der Vier. Genügend Einfluss hätte sie dafür. Auch wenn immer wieder Gerüchte auftauchen, die sie mit Menschenhandel oder Drogenschäfte in Verbindung bringen.

Gerodil Steinhammer ist ein Ambosszwerg aus dem Norisgebirge. Er gehört einer Familie talentierter Schmiede an. Obwohl er selbst über eine große Begabung auf diesem Gebiet verfügt, überwiegen seine Vorlieben in streitigen Auseinandersetzungen, was dazu führte, dass er sich für eine Ausbildung als Kämpfer entschied. Als diese Ausbildung abgeschlossen war, machte er sich auf dem Weg in die Hauptstadt Norisburg, um bei seinem Clanmitglied und berühmten Händler Golgolgol anzuheuern. Unter anderem sorgte der Zwergenkrieger dafür, dass eine Verschwörung gegen seinen Dienstherrn missglückte. Danach ernannte ihm Golgolgol zu seiner rechten Hand.

Ansgar Adlerson, der hochgewachsene Thorwaler, ist der Sohn des berühmten Adler Jansson, Weltenentdecker und Seeungeheuerbezwinger. Seine Mutter Janda Bjarndottir wollte nicht, dass ihr Erstgeborener (und einziges Kind aufgrund der selten Anwesenheit Adlers im Ehebett) ein gefährliches Leben als Abenteurer führt, deswegen schickte sie ihm nach Norisburg, um bei Golgolgol eine Händlerlehre zu absolvieren. Sein Interesse daran hält sich aber in Grenzen. Er träumt lieber von Abenteuern, die er erleben könnte. Und wo geht das besser als bei einem Krug Norisburg im Grünen Markt. Dort begegnete ihm der Zwerg Gerodil, der ihm seinen Traum näher brachte. Gemeinsam verhinderten sie einen Komplott gegen Golgolgol. Daraufhin wurde Ansgar zu dessen Linke Hand ernannt.

Miranda Hopfengold ist die Wirtin des „Grünen Markts“. Sie hat das Wirtshaus von ihrem Vater geerbt. Durch die hervorragende Lage des Gasthauses am Marktplatz läuft das Geschäft sehr gut. Aber auch die herzliche Art von Miranda trägt dazu bei, dass die Gäste immer wieder gerne den „Grünen Markt“ besuchen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Sepulkaria möchte sie die Ausrichtung ihres Gasthauses ändern.

Jahrelang musste die Halbelfe Geilgeilgeil Sepulkaria auf den Straßen von Norisburg ihren Körper feilbieten. Als ihr Zuhälter versuchte eine Intrige gegen Golgolgol zu führen nutzte sie ihre Chance, half mit, die Intrige zu vereiteln und erlangte dadurch ihre Freiheit. Sie freundete sich mit Miranda Hopfengold an. Gemeinsam wollen sie aus dem „Grünen Markt“ ein Freudenhaus der besonderen Art machen, in dem vor allem Freude durch Tanz und Gesang vermittelt werden soll. Ihre Bekanntschaft zu Gerodil Steinhammer und Ansgar Adlerson sorgt aber dafür, dass Sepulkaria öfters unfreiwillig in abenteuerliche Geschichten mithineingezogen wird.

Als kleines Kind war Dimitros Megatros anders als die anderen Kinder. Er konnte Sachen, die niemand sonst konnte. Als ein reisender Magier diese Fähigkeiten bei ihm feststellte, gab er Dimitros Eltern eine monetäre Entschädigung und nahm den Jungen mit sich. Fern seiner Heimat, den Zyklopeninseln, lernte Dimitros als Schüler des gildenlosen Magiers Dagabor die Kunst der Magie. Nach seiner Lehrzeit begab er sich auf Wanderschaft. Diese führte ihn nach Norisburg, wo Dimitros sich einer Gruppe anschloss, die Aufträge für Golgolgol ausführte.

Istvan Hinkebein war ein unbekannter Abenteurer. Erst die Publikation seiner Taten durch den Händler Golgolgol machte ihm richtig berühmt. Seinen Beinamen verdankte er einer Kampfverletzung, die er sich zuzog, als er half, den Zweiten Ogeraufstand niederzuschlagen. Seine bekannteste Heldentat war ein Dorf von einem Drachen zu befreien. Der Drachen forderte jeden Monat eine Jungfrau als Opfer. Istvan sorgte dafür, dass es keine Jungfrau mehr in dem Dorf gab. Da zog der Drache davon. Beinahe wären seine unglaublichen Abenteuer nie bekannt geworden. Aber die bereits erwähnten Gerodil und Ansgar sorgten dafür, dass eine geklaute Ladung mit Schriften seiner Taten wieder auftauchte und von Golgolgol veröffentlicht werden konnte.

Der laute und stimmungsvolle Timeron Bron, Barde aus Leidenschaft, zählt zu den derzeit populärsten Unterhaltungskünstlern in Aventurien. Fast jeden Abend tritt er in einem anderen Gasthaus auf. Er hat den Ruf mit seiner Laute eine Eishöhle zum Schmelzen zu bringen. Böse Zungen behaupten, dass er noch vor einigen Jahren als talentloser Spielmann unterwegs war und sein Können nur einen Pakt mit einem Dämon zu verdanken hat.

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