Michael Peinkofer: Ork City

Michael Peinkofer wurde 1969 geboren. Nach seinem abgeschlossenen Studium in Germanistik, Kulturwissenschaften, alte und neue mittelalterlichen Geschichten arbeitete er als freier Autor, bevorzugt für Filmzeitschriften. Bekannt wurde er als Verfasser von Fantasy-Geschichten und Abenteuerromane für Jugendliche. Besonders hervorzuheben ist seine Reihe über die Orks, die 2006 mit “Die Rückkehr der Orks” startete. Durch diese Serie wurde er zu einem der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Seine Romane um “Die Zauberer” wurden ebenso zu Bestsellern wie seine Trilogie um “Die Könige”.

Was wäre dabei herausgekommen, hätte Raimond Chandler nicht seine berühmten Hardboiled-Krimis geschrieben, sondern Fantasy? Diese Frage stellte sich Peinkofer. In seinem Kopf entstanden dabei Bilder von Orks in Trenchcoats und mit tief in die Gesichter gezogenen Schlapphüten, Trolle als Rausschmeißer vor zweifelhaften Bars, Zwerge in Nadelstreifenanzug, die berüchtigte Syndikate lenken. Das war der Grundgedanke für Ork City.

In Ork City (Link zu Amazon) erzählt Peinkofer die Geschichte des Malteser Falken als Fantasy Noir. Als Privatdetektiv hält sich Corwayn Rash nur mit Mühe über Wasser. Eines Tages betritt die Nachtclubsängerin Kity sein Büro. Von der Schönheit der Halborkin und der Aussicht auf eine satte Belohnung betört, beginnt Rash zu ermitteln. Damit muss er feststellen, dass Kitty nicht mit offenen Karten spielt. Rash gerät zwischen die Fronten eines uralten Kampfes…

Michael Peinkofer ist bei seiner Geschichte sehr bemüht, sämtliche Klitschess des Crime Noir zu bedienen. Dennoch störte mich dies nicht beim Lesen, ich wäre wohl eher enttäuscht gewesen, hätten diese gefehlt. Oder hätte gar ein Brechen mit dem Klischess die Geschichte aufgewertet? Trotz der Vorhersehbarkeit der Geschichte schafft es Peinkofer mit seinem Schreibstil diese unterhaltsam zu gestalten. Einziger Stolperstein dabei war für mich, dass Peinkofer versuchte, eine eigene Sprache zu etablieren. Dass Währungen, Straßen und Orte eigene Namen verdienen, verstehe ich. Aber warum muss man normale Worte wie Spiegelei, Privatdetektiv oder entspannt in eine Fantasiesprache übersetzen? Zwar kann man die Worte in einem Glossar am Ende des Buches nachschlagen, aber das nervt. In diesem Fall ging der Versuch Atmosphäre zu erzeugen nach hinten los.

Trotzdem war die Lektüre von Ork City für mich, als Fan von Filmen wie “Black Dahlia” oder Videospielen wie “LA Noir”, ein Vergnügen und kann das Buch jedem, der Lust hat auf eine Fantasy-Version vom Malteser Falken hat, nur empfehlen.

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