Robin Hood – die TV-Serie

Schon lange, bevor ich ich mich für Fantasy und Pen&Paper interessierte, war ich ein großer Fan von Robin Hood, dem Gesetzlosen aus dem Sherwood Forest, der die Reichen bestiehlt und den Armen gibt. Ausgelöst hatte die Begeisterung der gerissene Fuchs und der gemütliche Bär von Walt Disney, aber auch die anderen Spielfilmversionen der damaligen Zeit und die altersgerechte Literatur hielten die begeisternde Flamme am Kochen. Als dann das ZDF 1984 eine TV-Serie über den Helden von Sherwood ausstrahlte, hatte ich jeden Mittwoch Vorabend einen festen Termin.

In der Serie wurde die klassische Sage mit übernatürliche Legenden, wie schwarze Magie und heidnischen Göttern, gemischt. So ist Robin in der Serie der Auserwählte, der Sohn des Waldgotts Hernes, der von den Bauern verehrt wird. Als solcher setzt er sich für das einfache Volk ein, das von den Adligen, in Form des Sheriffs von Nottinghams und seines Statthalters Guy of Guisbourne, unterdrückt wird.

In der ersten Folge der Serie wird das Heimatdorf von Robin bei einem Überfall der Männer des Sheriffs von Nottinghams zerstört. Dabei verliert Robins Vater, ein angelsächischer Rebell, sein Leben. Der junge Robin kann fliehen und wird von einem Müller aufgenommen, bei dem er aufwächst.

Einige Jahre später werden Robin und sein Stiefbruder wegen Wilderei in Nottingham eingekerkert. Gemeinsam mit anderen Gefangenen gelingt ihnen die Flucht. Sie verstecken sich nun im Sherwood Forest. Dort trifft Robin auf Herne den Jäger, eine mystische Waldgottheit in Menschengestalt, der ihm sein Schicksal als “Der Behütete” (the hooded man = der Mann mit der Kaputze) und als Widerstandskämpfer gegen die normannischen Unterdrücker prophezeit. Erst lehnt Robin das ab, aber später akzeptiert er sein Schicksal.

Im weiteren Verlauf der ersten Folge wächst die Gruppe um Robin herum auf sechs Personen an. Neben seinen Stiefbruder Much gehören auch noch Will Scarlett, John Little, Bruder Tuck, Nasir (ein Sarazenenkrieger, der später als Vorlage für Azeem Edin Bashir Al Bakir in Robin Hood – König der Diebe diente) und Lady Marion, die zum Ende der ersten Folge die Frau von Robin Hood wird, an.

In den ersten beiden Staffeln der Serie erlebt Robin mit seinen Gefährten die unterschiedlichsten Abenteuern, wobei es meistens darum geht, den Dorfbewohnern gegen die Ungerechtigkeiten des Sheriffs beizustehen. Bei den Dreharbeiten war man sehr bemüht, das mittelalterliche Leben authentisch darzustellen. Neben der entsprechenden Kostümierung der Darsteller äußerte dies sich auch in der Wahl der Drehorte. Auf Studioaufnahmen wurde weitesgehend verzichtet. Man drehte im Norden und Westen Englands in echten Burgen, Waldgebieten und in nachgebauten mittelalterlichen Dörfern. Die Atmosphäre der Zeit wird durch das Aufgreifen von epochalen Themen verstärkt. Tempelritter, Assassinen, apokalyptisch anmutende Flagellanten und lepröse Pilger sind ebenso Thema, wie die mittelalterliche Judenverfolgung und die Feudalgesellschaft mit ihrer Heiratspolitik und Ämtervergabe.

Am Ende der zweiten Staffel gerät Robin in einen Hinterhalt des Sheriffs von Nottingham und opfert sich für Marion und Much, die in den Sherwood Forest entkommen können. Die übrigen Gesetzlosen werden von den Männern des Sheriffs gefangen genommen und später von einem geheimnisvollen Fremden, der sein Gesicht verborgen hält, befreit. Das Ableben von Robin geschah, da der Hauptdarsteller Michael Praed aus der Serie aussteigen wollte. Er plante eine Karriere am Broadway. Robins Tod wirkte etwas abrupt inszeniert, liess aber eine Rückkehr von Praed offen. Als König John die Nachricht vom Tod Robin Hoods übermittelt wurde, musste der Sheriff von Nottingham eingestehen, dass die Leiche nicht gefunden wurde.

In der dritten Staffel gab es einen neuen Hauptdarsteller. Robert von Huntingdon, Sohn eines wohlhabenden Grafen, stellt sich als der unbekannte Retter heraus. Gespielt wird er von Jason Connery, den Sohn von Sean Connery. Aber nicht nur der Hauptdarsteller ist neu, sondern auch der Produzent der Serie. Man merkt auch, dass die Handlung deutlich düsterer wird. Es gibt einen weiteren Widersacher: eine Gruppe satanischer Wolfsanbeter machen den Dorfbewohnern und dem Sheriff das Leben schwer.

Robert wird von Herne zum Nachfolger von Robin ernannt, doch muss er die in alle Himmelsrichtungen verstreuten Gesetzlosen wieder zusammen bringen und ihnen beweisen, dass er wirklich der Auserwählte ist. Danach erleben sie weitere Abenteuer gegen den Sheriff und dem Wolfskult. In der letzten Folge findet die Serie ein offenes Ende. Leider kam es zu keiner vierten Staffel, da es an den finanziellen Mitteln dafür fehlte.

Insgesamt ist die Serie gut gealtert. Sie ist auch in der heutigen Zeit noch sehenswert. Die mittelalterliche Atmosphäre wird gut vermittelt. Im Original waren die Folgen 50 Minuten lang. Das ZDF hatte diese auf 45 Minuten gekürzt. Auf der DVD findet man die ungekürzten Fassungen, wobei die längeren Szenen mit deutschen Untertitel zu sehen sind. Gerade in der letzten Staffel fällt auf, dass gerade satanistische Szenen dem Schneidemesser zum Opfer fielen. Auch die Outtakes sind sehenswert. Gerade die Bösewichte Sheriff von Nottingham und Guy of Guisbourne (Nickolas Grace und Robbert Addie) sorgten mit plötzlichen Gesangseinlagen am Drehset für Erheiterung.

Link zur Robin Hood-DVD-Box bei Amazon

3 comments on Robin Hood – die TV-Serie

  1. Die Serie kenne ich nicht, klingt aber sehr interessant. Allerdings ist mir die DVD-Box bei Amazon doch etwas zu teuer. Läuft das nicht auf irgendeinen Streamingdienst?
    So eine Robin Hood Geschichte als Abenteuer wäre sicher nicht schlecht. Meinen Kindern könnte das gut gefallen. Gibt es so etwas für das schwarze Auge?

    1. Leider kann man die Serie nur auf Amazon streamen und das zu einem sehr hohen Preis. Liegt am Lizenzträger der Serie, der damit außerhab der UK ordentlich verdienen will 🙁 Du kannst mal bei Youtube nach Robert of sherwood suchen. Vielleicht hilft dir das weiter.
      Es gab tatsächlich mal ein Robin Hood-Abenteuer. Allerdings für “Der Geheimbund des Schwarzen Auges”, ein Rollenspiel, das sich an Kinder richtete. Die Abenteuer davon kann man noch als pdf-Datei im Ulisses-eBook-Store erwerben.
      Allerdings kann man mit wenig Arbeit selbst eine Robin Hood-Abenteuer-Kampagne entwerfen. Wie? Das könnte ein guter Artikel für diesen Blog werden. Ich werde mir Gedanken dazu machen und kommenden Mittwoch einen Artikel dazu veröffentlichen.

      LG Stefan

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