Heldenwerk-Archiv 2

Heldenwerke ist die Bezeichnung einer Reihe von 16seitigen Kurzabenteuern für Das Schwarze Auge. Diese erscheinen zweimonatlich, gemeinsam mit dem Aventurischen Boten. Das Format ist dafür gedacht, Spielleitern und ihren Gruppen kurze Abenteuer zur Verfügung zu stellen, die mit wenig Vorbereitung zu spielen sind.

Einmal im Jahr erscheint immer ein Sammelband der Heldenwerke, der die Abenteuer der letzten zwölf Monate und ein Zusatzabenteuer, das als Sonderausgabe bei der Kaiser-Raul-Con und der RatCon erschien, beinhaltet. Für die Sammelausgabe wurden diese noch einmal von den Autoren kommentiert und mit etwas Zusatzmaterial versehen.

Mir persönlich gefällt die Idee der Heldenwerke ganz gut, auch wenn die Qualität der Abenteuer etwas schwankt, und auch die Ausarbeitung der Abenteuer, meist dem begrenzten Platz geschuldet, manchmal Wünsche offen lässt. Mit einer kleinen Spielergruppe spiele ich diese Kurzabenteuer. Bisher haben wir die Heldenwerk-Archive 1+2 gespielt. Spielberichte aus der Sicht eines Spielercharakters findet ihr in diesem Blog in den Lagerfeuergeschichten unter Die Lieder der Bardin.

Im Folgenden möchte ich auf die Abenteuer des Heldenwerk-Archivs 2 eingehen. Der Sammelband ist im F-Shop von Ulisses als Hardcover erhältlich. Wer an einzelnen Abenteuern interessiert ist, findet diese als pdf im Ebook-Store von Ulisses. Bei der Beschreibung der Abenteuer kann es zu Spoilern kommen. Deswegen sollten Spieler, die die Abenteuer noch erleben wollen, besser hier mit dem Lesen aufhören.

Im ersten Abenteuer, Deicherbe, sind die Spieler beim Wiederaufbau eines nostrischen Deichhofs behilflich, und kommen dem Geheimnis des Vorbesitzer des Hofs auf die Schliche. Auf den ersten Blick wirkte das Abenteuer etwas bieder und ist wohl auch nicht für alle Gruppen geeignet. In unserer Runde bestach es durch die Möglichkeit des Charakterspiels zwischen den Spielercharakteren und den Bewohnern des Hofes.

In Rübenernte reisen die Spieler ins Bornland, werden dort Zeugen des Erwachens des Landes und müssen einen alten Fluch brechen.

Bei Sklaven für eine Nacht sind die Spieler Gefangene in einem Al’Anfaner Grandenhaus. Sie müssen aber nicht nur versuchen, ihre Freiheit wiederzuerlangen, sondern nebenbei auch einen Mord aufklären. Mit dem Abenteuer hatte ich meine Probleme, aber Dank des Zusatzmaterials spielte ich es trotzdem mit meiner Gruppe. Das Abenteuer nahm auch einen etwas unerwarteten Verlauf. Mehr dazu findet man in meinen Meisterinformationen zu dem Heldenwerk.

Rache ist Stockfisch führt die Spieler nach Thorwal. Dort werden sie Zeugen einer Beerdigung und helfen einer jungen Thorwalerin dabei, die Umstände des Todes ihrer Schwester aufzuklären. Außerdem kann ein Orkschatz geplündert werden.

Auch bei Blutiger Wein muss ein Mordfall aufgeklärt werden. Während eines Weinfests finden zwei Morde statt. Die Hintergründe für die Morde liegen weit in der Vergangenheit des Dorfes.

Auf der Suche nach den Paligan-Akten befinden sich nicht nur die Spieler. Mehrere Fraktionen sind an den Aufzeichnungen der verstorbenen Diplomatin interessiert.

In Drei Farben Schnee sind die Spieler Gäste auf einer bornländischen Hochzeit. Diese wird aber von zwei Todesfällen überschattet. Unter den Gästen der Feier gibt es genug Verdächtige, aber wer war es wirklich?

Beim Heldenwerk-Archiv 2 fehlte es mir etwas an der Abwechslung zwischen den Abenteuern. Ich fand sie von der Art her alle sehr ähnlich. Hinzu kommt noch, dass bei drei von den Abenteuern Geistererscheinungen vorkommen. Das hatte mich als Spielleiter doch irgendwie gelangweilt, war aber wohl auch dem geschuldet, dass wir die Abenteuer nacheinander spielten. Das Zusatzmaterial zu den Abenteuern fand ich sehr gut. Man findet Vorschläge, wie man einige der Abenteuer zu einer kleinen Kampagne zusammenfügt. Bei Sklaven für eine Nacht gibt es einen alternativen Abenteuereinstieg und eine ausführliche Beschreibung, wie man die Flucht der Spieler gestalten kann. Bei den anderen Abenteuern werden zusätzliche NSCs und Ereignisse angeboten.

Sieht man von der fehlenden Vielseitigkeit der Abenteuer ab, sorgte das Heldenwerk-Archiv 2 wieder für viel Spielspaß. Auch bei Abenteuern, bei denen ich es im Vorfeld nicht so erwartet hatte (Deicherbe, Sklaven für eine Nacht). Meine persönlichen Favoriten waren Blutiger Wein und Drei Farben Schnee.


Golgolgol

Golgolgol heißt im wirklichen Leben Stefan Will. Mitte der 80er Jahre schenkte ihm sein großer Bruder seine DSA-Box, da er lieber D&D spielte. Während seiner gesamten Schulzeit war Stefan begeisteter Rollenspieler und probierte verschiedene Systeme aus. Nach der Schulzeit ebbte das Interesse am Rollenspiel-Hobby ab. Nach einer langen Pause fand er 2020 das Interesse an Pen&Paper wieder. Da er es von früher gut kannte, begann er wieder mit DSA, auch wenn er über die Veränderungen im Lauf der Jahre sehr erstaunt war. Mit einem Mitspieler erfand er die Stadt Norisburg, die zur Heimat ihrer Spielfiguren werden sollte. Hier im Blog berichtet Stefan von Spielrunden und teilt seine Gedanken zu P&P-Themen mit.

3 comments on Heldenwerk-Archiv 2

  1. Aus Spielersicht gefielen mir alle sieben Abenteuer sehr gut. Auch dass die Abenteuer inhaltlich alle sehr ähnlich waren, störte mich nicht.

    Bei Deicherbe gefiel mir das Charakterspiel, über das wir ein besonderes Verhältnis zur Familie des Deichbauers aufgebaut hatten. Auch wenn das nicht so sehr in meinem Bericht dargestellt wird, war das ein wichtiger Bestandteil.
    Rübenernte lebte von dem Mysterium, das hinter der ertragreichen Ernte und der Geistererscheinung steckte.
    Sklaven für eine Nacht wurde zu einem besonderen Abenteuer, da sich die Gruppe bei uns teilte, und der Teil, der nicht aktiv am Abenteuer teilnehmen wollte, dann trotzdem im Hintergrund lauerte.
    Rache ist Stockfisch hatte einen interessanten Plot. Bei dem Abenteuer gefiel mir vor allem das Vermitteln zwischen den streitenden Parteien.
    Blutiger Wein gefiel mir, weil uns der Spielleiter auf einmal in die Handlung hineingeworfen hatte. Es war ein interessanter Anfang für das Abenteuer. Was die Mordermittlungen betraf, hatten wir keinen Schimmer. Immerhin war der Spielleiter so gnädig, und gab uns nach einer Sinnesschärfeprobe einen wichtigen Hinweis.
    Auch die Paligan-Akten ließen uns erst verzweifeln, aber durch einen glücklichen Umstand konnten wir unseren Auftrag doch noch erledigen.
    Drei Farben Schnee hatte ein überraschendes Ende. Da bin ich ein bißchen stolz auf mich, dass da eine Idee von mir zur Lösung der Morde beigetragen hatte.

    An der Stelle vielen Dank an unseren Spielleiter, der uns diese tollen Erlebnisse ermöglicht hat <3

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